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Health

Atme Dich stark – die Wim Hof Methode

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Gesünder, stressresistenter und entspannter durch den Alltag? All diese Effekte verspricht die Atemtechnik des Extremsportlers Wim Hof.

Der Niederländer Wim Hof ist als „der Eismann“ bekannt: Er stellte zahlreiche Weltrekorde im Ertragen von extremer Kälte auf. Unter anderem schwamm er 66 Meter unter einer Eisdecke, bezwang den Kilimandscharo in kurzen Hosen und stand für eine Stunde und 52 Minuten bis zum Kinn im Eiswasser. Heute nutzt er seine Berühmtheit für seine Vision: „Ich will die Welt einfach besser machen. Es ist mir egal, ein Star zu sein, doch es freut mich von ganzem Herzen.“

Sein Trick, diese Kälte auszuhalten: eine spezielle Atemtechnik, die auf einer alten buddhistischen Meditationstechnik beruht. Bei dieser werden 30 Atemzüge ohne Pause zwischen dem Ein- und dem Ausatmen genommen. So wird eine leichte Hyperventilation erzeugt. Anschließend gibt es eine Atempause. Dieses Schema wird dann für mehrere Runden wiederholt.

Durch diese Atmung wird der Körper kurzfristig mit mehr Sauerstoff versorgt und die Kohlendioxid-Konzentration sinkt. Dadurch entsteht ein basisches Milieu im Körper. Die Sauerstoffsättigung des Körpers liegt dann bei fast 100 Prozent. Damit hat der Körper mehr Kraft und die Konzentrationsfähigkeit steigt. Durch diese Atemtechnik bekommen die Zellen mehr Energie, um zu arbeiten. Die Wim Hof Atmung lohnt sich, um etwa nach stressigen Situationen wieder zu fokussieren: etwa nach einem anstrengenden Gespräch im Job. So findest du vielleicht schneller wieder Kraft, um fokussiert weiterzuarbeiten.

Atemtechnik nach Wimhof
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Die Atemtechnik der Wim Hof Methode hilft, nach stressigen Situation wieder zu fokussieren.

Wimhof Atemtechnik
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Nach dem Atem-Teil geht’s ins kühle Nass, etwa wie hier in den See. Das macht dank Adrenalin-Kick gute Laune.

Wim Hof: Warum und wie Kälte dem Körper gut tut

Die Wim Hof Methode besteht, neben der Atmung, aus einer weiteren Komponente: der anschließenden Kälteexposition. Am Anfang reichen bereits 10 Sekunden kalt duschen, um positive Effekte zu spüren: Den Körper für einen kurzen Zeitraum der Kälte auszusetzen, treibt die Blutzirkulation an, stärkt das Immunsystem, denn die Zahl der roten Blutkörperchen erhöht sich. Einige Forschende gehen auch davon aus, dass kalt duschen gute Laune macht, da der Körper einen Adrenalinkick erfährt. Allerdings gilt das zur Stärkung des körperlich gesunden Menschen. Ist der Körper gerade geschwächt, würde das kontraproduktiv wirken.

Wim Hof hatte viel Zeit, sich an die Kälte zu gewöhnen. Bereits mit 17 Jahren entdeckte er seine Faszination für das Eisbaden: „Ich war ein ziemlicher Denker, ein Philosoph, aber eines Tages fühlte ich mich vom eiskalten Wasser angezogen. Ich sprang in einen Kanal in Amsterdam und dachte: Das ist es! Diese tiefe Verbundenheit, die ich an jenem Tag spürte, war der Startpunkt. Seitdem bin ich 45 Jahre lang jeden Tag in die Kälte gegangen. Und jetzt bin ich hier. Ich bin 62, verdammt stark und ich liebe das Leben.“

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Kombination dieser zwei Techniken weltweit zu so vielen begeisterten Fans geführt hat. Inzwischen ist ein regelrechter Hype entstanden. Es gibt in fast jeder Stadt gemeinsame Atemsessions mit anschließendem Eisbad sowie Retreat-Angebote zu gemeinsamen Wanderungen in kurzen Hosen auf schneebedeckte Berge.

Wimhof Atmen
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Die Wim Hof Methode basiert auf einer buddhistischen Meditationstechnik und hilft dabei, sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren.

Wimhof-Technik
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Beim bewussten Atmen hilft ein ruhiger Ort, der zum Entspannen einlädt – etwa dank eines Diffusers, der den Raum mit einem wohligen Duft flutet.

So funktioniert die Wim-Hof-Atmung im Detail

Schritt 1 – Das „Wo“ entscheidet

Suche dir einen ruhigen Ort, wo du für die nächsten 10 Minuten nicht gestört wirst. Am Anfang wird die Atmung im Liegen empfohlen – mindestens aber im Sitzen.

Schritt 2 – Kreisatmung

Atme zuerst in den Bauch. Dieser Einatmer wird dann in die Brust gezogen. Anschließend lässt du für das Ausatmen einfach los. Mache danach keine Pause, sondern atme danach direkt wieder ein. Das wiederholst du 30 bis 40 Mal. Das fühlt sich am Anfang etwas anstrengend an.

Schritt 3 – Lang den Atem anhalten

Jetzt atmest du vollständig aus. Halte dann den Atem für 30 bis 90 Sekunden. Vielleicht hörst du dein Herz schlagen oder merkst, wie deine Hände kribbeln. Das ist völlig normal. Beobachte deinen Körper und lass dich darauf ein. Wenn du zwischendurch atmen musst, ist das völlig ok.

Schritt 4 – Kurz den Atem anhalten

Nun atme kräftig ein und halte den Atem für 15 Sekunden.

Schritt 5 – Die Wiederholung macht’s

Fange wieder bei Schritt 3 an und durchlaufe dann Schritt 3 bis 5 drei bis vier Mal. Achte dabei immer auf dich und höre auf deinen Körper. Aus Sicherheitsgründen ist die Atmung nicht bei Schwangerschaft empfohlen und sollte bei Epilepsie oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorher mit einem Arzt abgesprochen werden.

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