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Da träumen wir von: Pflanzen fürs Schlafzimmer

Grüne Oase im Schlafzimmer: Verwandle deine wichtigste Ruhezone in einen lichten Dschungel – in dem du so noch besser schlafen wirst

Sachte, ganz sachte schließen Mittagsblume, Tulpe und viele weitere ihre Blüten, wenn die Abenddämmerung hereinbricht. Fast sieht es aus, als würden sie schlafen. Auch Sträucher und sogar grüne Zimmerpflanzen wie Maranthen wirken am Ende eines langen Tages so, als müssten sie erst einmal eine Pause einlegen. Mit nach unten hängenden oder zusammengeklappten Blättern scheinen sie sich auf die Nachtruhe vorzubereiten.

Lange dachten Biolog:innen, dass nur kleinere Gewächse und Blumen dieses Verhalten zeigen. Doch mittlerweile ist klar: Auch Bäume begeben sich scheinbar nachts zur Ruhe. Ein Forscher:innen-Team um Eetu Puttonen vom Finnish Geospatial Research Institute fand mit Hilfe von Laserscannern heraus, dass Birken in der Nacht ihre Blätter und Zweige kontinuierlich um bis zu zehn Zentimeter nach unten absenken – ganz so, als würden sie schlafen.

Das ist so allerdings nicht ganz richtig. Denn auch wenn die Vorstellung von schlafenden, und vielleicht sogar träumenden, Bäumen und Blumen schön ist – streng genommen kann man nicht von „Schlaf“ sprechen, wenn Pflanzen abends ihre Blätter nach unten klappen oder ihre Blüten schließen. Denn Biolog:innen verstehen unter „Schlaf“ ein Verhalten von mit einem Gehirn ausgestatteten Tieren und von Menschen. Pflanzen reagieren vermutlich lediglich auf sich verändernde Lichtverhältnisse.

„Schlafende“ Pflanzen: Ruhen sie wirklich?

Senken Pflanzen am Ende des Tages langsam ihre Blätter, läuft dabei eine ganz bestimme biochemische Reaktion ab: Sie nutzen Sauerstoff und einen Teil der Glucose, das sie tagsüber während der Photosynthese produziert haben, um neue Pflanzenzellen auszubilden. Oder kurz gesagt: Sie nutzen die Nacht zum Wachsen. Und selbst, wenn kein Licht in Sicht ist, spüren Pflanzen ganz genau, wann die Zeit gekommen ist, um auf das Ende des Tages vorzubereiten und langsam die Blätter abzusenken.

Das fiel sogar dem berühmten Naturforscher Carl von Linné auf. Er beobachtete Pflanzen in einem dunklen Keller und stellte fest, dass sie selbst in einem Raum wie diesem, in den kein Licht dringen kann, ihre Blüten im Tag-Nacht-Rhythmus öffneten und schlossen. Wie das sein kann? Biolog:innnen gehen davon aus, dass Pflanzen, wie viele andere Lebewesen, über eine eingebaute „innere Uhr“ verfügen.

Die innere Uhr der Pflanzen: Sind sie abhängig von Tag und Nacht?

Sie macht sie darauf aufmerksam, dass der Abend voranschreitet und bald die Zeit für die „Nachtruhe“ beziehungsweise das nächtliche Wachsen gekommen ist. Genauso weist die innere Uhr Pflanzen darauf hin, wenn die Zeit gekommen ist, sich wieder der Sonne zuzuwenden. So machen es auch die Birken, die von den finnischen Forschenden mit Hilfe von Laserscannern vermessen wurden. Sie bewegen ihre Blätter und Zweige am Morgen wieder in ihre ursprüngliche Position zurück.

Auf die Frage, warum genau Bäume und Blumen ihre Zweige und Blätter senken oder ihre Blüten öffnen und schließen, haben Forschende bislang übrigens keine Antwort gefunden. Eines aber ist sicher: Anders als Pflanzen nutzen Menschen den Schlaf nicht zum Wachsen, sondern zum Erholen und um die Erlebnisse und Eindrücke des Tages zu verarbeiten.

Damit wir uns gut erholen und regenerieren können, spielt die Einrichtung des Schlafzimmers eine wichtige Rolle. Weil wir hier mindestens ein Drittel unserer Lebenszeit im Bett verbringen, sollte das Schlafzimmer besonders viel Ruhe ausstrahlen und zum Abschalten einladen.

Neben der richtigen Matratze und Bettwäsche schaffen auch Pflanzen im Schlafzimmer eine entspannte und beruhigende Atmosphäre. Ihre interessanten Formen, glänzend grünen Blätter und bunte Blüten helfen uns, am Ende eines langen Tages zur Ruhe zu kommen. Aber Schlafzimmer-Pflanzen können noch viel mehr.

Pflanzen im Schlafzimmer: So verbessern sie deinen Schlaf

Sie sehen nicht nur schön aus – manche Zimmerpflanzen verbessern sogar aktiv den Schlaf. Wissenschaftler der NASA haben herausgefunden, dass Zimmer­pflanzen die Luftqualität in Innenräumen verbessern, indem sie Schadstoffe aus der Luft herausfiltern und diese in ihren Blättern und Wurzeln speichern. Außerdem entdeckten sie, dass auch die Mikroorganismen in der Erde Schadstoffe absorbieren. Gute Neuigkeiten für diesen wichtigen Raum. In der Schlafzimmerluft finden sich nämlich mitunter Stoffe, die den Schlafrhythmus stören und sogar Atemprobleme verursachen können, darunter Formaldehyd (in Teppichrücken und Isolationen), Benzol (in Farben und Lösungsmitteln) sowie Trichlorethylen (aus chemisch gereinigten Kleidungsstücken). Mit anderen Worten: viel Futter für die Zimmerpflanzen.

Wie Zimmerpflanzen im Schlafzimmer für ein gutes Raumklima sorgen

Die Mexikanische Bergpalme (Chamaedorea elegans) ist eine gute Wahl. Das wedelförmige Laub passt in traditionelle genauso gut wie in modern eingerichtete Zimmer. Diese Palme kann sogar komplett ohne natürliches Licht auskommen! Gib deiner Pflanzen-Sammlung mit ein paar Usambaraveilchen (Saintpaulia) noch einen Hauch Romantik. Ob auf dem Fensterbrett oder dem Nachttisch – diese zierlichen Blümchen passen wirklich überallhin. Achte nur darauf, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, die würde den haarigen Blättern schaden. Und gieß sie nicht von oben, sondern nur durch den Untersetzer bzw. Übertopf, um Wasserflecken auf den Blättern zu vermeiden.

Einer der besten Luftreiniger ist laut NASA der Bogenhanf (Sansevieria laurentii), weil er zu den wenigen gehört, die auch nachts Kohlendioxid in Sauerstoff verwandeln (die meisten Zimmerpflanzen machen dies nur tagsüber). Der Umweltaktivist Kamal Meattle nannte den Bogenhanf in seinem TED-Talk einen Baum, auf dem frische Luft wächst. Er benötigt nicht viel Licht, darum kannst du ihn ruhig in eine dunkle Ecke stellen, außerdem kommt er mit sehr wenig Wasser aus.

Blätter von Pflanzen zu berühren hilft uns, den Stress des Alltags hinter uns zu lassen

Noch andere Pflanzen schieben gern Nachtschichten, darunter Orchideen, Sukkulenten und Bromelien. Sie alle punkten auch mit schönen Farben und Blattformen, mit denen sie Glamour in dein Schlafgemach bringen. Die Blätter zu berühren, heißt es, hilft uns, den Stress des Alltags hinter uns zu lassen, außerdem soll es angstlösend wirken. Gib deiner Pflanze also täglich ein paar Streicheleinheiten.

Klein, pflegeleicht, flexibel: 3 Tipps für Pflanzen im Schlafzimmer

1. Pflanzen passend zum Standort auswählen

Nicht jede Pflanze eignet sich für jeden Standort im Schlafzimmer. So könnten Schlafmützen größere Pflanzen schnell zerquetschen, wenn sie morgens beschwingt auf den Snooze-Knopf hauen. Deshalb solltest du hier nur kleine und standfeste Pflanzen platzieren. Der Chinesische Geldbaum ist so ein Kandidat. Für noch mehr Sicherheit kannst du noch ein Anti-Rutsch-Pad unterlegen. Das bewährt sich übrigens auch für die Töpfe im Lieblingsregal deiner Katze.

2. Für ausreichend Licht sorgen

Eine halbe Drehung alle paar Tage hilft der Pflanze, gerade zu wachsen. Sich selbst überlassen, neigt sie sich naturgemäß in Richtung der nächsten Lichtquelle. Wenn die neu sprießenden Blätter blass, dünn und zerbrechlich aussehen, ist es der Pflanze zu dunkel, du siehst sozusagen ihren Hilferuf. Aber keine Sorge, sie wird sich erholen. Wer seine Pflanzen regelmäßig kontrolliert, lernt, diese Zeichen rechtzeitig zu deuten.

3. Improvisieren für extra viel Gemütlichkeit

Deine Abend- bzw. Nachtlektüre kann als ein jederzeit anpassbares Podest fungieren: Versammle die gewünschten Pflanzen um einen bequemen Stuhl oder um dein Bett herum. Große Pflanzen kommen hinter den Stuhl. Stell sie auf Stapeln aus Büchern oder Katalogen ab (wasserdichte Untersetzer nicht vergessen). So hast du Lesestoff und Pflanzen immer in deiner Nähe. Sehr gemütlich!

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