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Ethical Lingerie – die Fashionrevolution nachhaltiger Unterwäsche

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Mit nachhaltiger Unterwäsche die Welt verändern? Ganz einfach. Wie Ethical Lingerie die Fashionindustrie umkrempelt.

Zeit für eine Revolution. Eine Fair-Fashionrevolution, um genau zu sein. Ganz sanft, ohne Krawall, dafür mit Bio-Baumwolle und Spitze. Wie das geht? Mit ethical lingerie – nachhaltige Unterwäsche, die fair produziert wird und dabei mehr als ein Trend ist. Die Wäsche ist Teil eines Umdenkens in der Modebranche. Eins, zu dem Carry Somers und Orsola de Castro seit Jahren einen großen Beitrag leisten. Die Designerinnen konnten umweltschädliche und widrige Arbeitsbedingungen der Fashionindustrie im Ausland nicht mehr mitansehen. Sie wollten eine Veränderung und starteten 2013 das Projekt „Fashion Revolution“. Die Idee: Eine Community gründen, die sich für nachhaltige Mode, faire Arbeitsbedingungen und natürliche Schönheit in der Modeindustrie starkmacht.

Mittlerweile gehört die Kampagne zu den international einflussreichsten in der Fashionbranche. Immer mehr Modeunternehmen schließen sich der Community an und revolutionieren gemeinsam die Modewelt. So wie das Ethical Lingerie Lable Coco Malou.

Fairtrade Unterwäsche – was bedeutet das?

Wie andere Unternehmen, die der „Fashion Revolution“ angehören, produziert das Lable seine nachhaltige Unterwäsche in Europa. Kunden:innen können den Schneiderinnen wie Isabel oder Maria in Lissabon über die Schulter schauen und dabei zusehen, wie sie ihre Slips und BHs in liebevoller Handarbeit fertigen. Und das unter fairen Bedingungen. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter:innen von CoCo Malou fair bezahlt werden, es keine Ausbeutung, Kinder-, Zwangsarbeit oder maßlose Überstunden, gibt. Wie die Träger:innen sollen sich auch die Näher:innen mit der Unterwäsche wohlfühlen und das am besten von der ersten Spitze bis zum fertigen Bügel-BH. Ein Konzept, das Transparenz aufseiten der Kunden:innen und auf der Seite der Hersteller:innen schafft. Ähnlich wie bei Bio-Lebensmitteln mit dem Fairtrade-Siegel soll der Ursprung der Unterwäsche nachvollziehbar und ökologisch sein. Dazu gehört neben einer grünen Produktion auch die Verwendung von nachhaltigen Materialien. So wird die Fairtrade Unterwäsche häufig aus Bio-Baumwolle, Tencel oder Oeko-Tex zertifizierter Spitze aus recyceltem Polyamid oder Elasthan hergestellt. Natürliches Bio-Material, das sich mit einem guten Gewissen verarbeiten und tragen lässt.

Ethical lingerie – modern und selbstbewusst.
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Selbstbewusst und modern – ethical lingerie unterstreicht die individuelle Persönlichkeit.

Ethical lingerie – eine Auswahl an Slips.
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Die nachhaltige Unterwäsche besteht häufig aus Materialien wie Bio-Baumwolle, Tencel oder Bambus.

Nachhaltige Unterwäsche – sich wohlfühlen macht sinnlich

Denn nachhaltige Unterwäsche revolutioniert die Fashionindustrie und fördert ein natürliches Schönheitsbild. Ganz nach dem Motto: „Jeder Mensch ist schön“. Weit weg von den gängigen Schönheitsidealen der Modebranche. So natürlich und unaufgeregt wie das Material, sollen sich auch die Träger:innen in der Unterwäsche fühlen. Ein Must-have für alle Modeunternehmen, die sich der „Fashion Revolution“ angeschlossen haben. Viel Haut gleich sexy? Das ist Geschichte. Vielmehr kommt es der neuen Fashiongeneration darauf an, dass das Selbstbild weder verkünstelt noch verstört wird. Es soll unterstrichen werden und dezent die Persönlichkeit hervorheben. Sexy ist, wer sich in seiner Haut wohlfühlt und genau das wollen die neuen Unterwäsche-Labels erreichen. Deswegen sind viele Kollektionen der Wäsche unisex und nicht nur für Damen. Und genau das präsentieren die Fairtrade Labels auch auf ihren Social Media Accounts und in ihren Marketingkonzepten. Bei der Auswahl der Unterwäsche-Models setzen sie auf Body Positivity und Diversity. Fashionklischees waren gestern, heute posieren Frauen und Männer in Fairtrade BHs und Slips aus Baumwolle für die ethical lingerie. Ein Statement, mit dem die nachhaltigen Labels genauso die Fashionindustrie revolutionieren wie mit ihrer fairen Unterwäsche.

Ethical Lingerie – Labels für nachhaltige Unterwäsche

Nachhaltig und fair – Opaak

Das Lable Opaak steht für zeitgenössische Bio-Unterwäsche. 2017 brachte Gründerin und Kreativdirektorin Agathe D. Dzialocha das faire Lingerie-Lable auf den Markt. Ihre Idee: Unterwäsche wie Slips oder BHs zu kreieren, die über die verführerische Definition von als Spitzen-Dessous hinausgehen. Sie wollte Unterwäsche für Damen erschaffen, die aus Bio-Material besteht. Gleichzeitig wollte die Designerin ein Werkzeug schaffen, dass für ein starkes Selbstbewusstsein einer stetig wachsenden internationalen Gemeinschaft auffälliger und inspirierender Frauen steht. Ihre Lingerie und Bodywear sind deswegen zeitlos und bieten eine breite Palette individueller Bodyformen an. Als Material verwendet das Düsseldorfer Label unter anderem Bio-Baumwolle und regenerierte oder recycelte Textilien. Die Produktion in Rumänien findet unter fairen Arbeits- und Handelsbedingungen statt.

 

Nachhaltig und fair – Parade

„Unternehmen müssen ihre Auswirkung auf die Umwelt minimieren, um Hoffnung auf eine nachhaltige Zukunft zu haben“, lautet das Ziel des Lables Parade. Der Plan: Bis 2025 möchte die Fashionbrand klimapositiv sein. Um diesen umzusetzen, kreieren sie ihre Wäsche aus Bio-Baumwolle oder recycelten Materialien und wollen in Zukunft auf biobasierte und erneuerbare Quellen für Elasthan und Spandex umstellen. Ihre Unterwäsche wie beispielsweise Slips wird Fairtrade und frei von giftigen Chemikalien produziert. Für Frauen sollen sich die Designs wie eine zweite Haut anfühlen.

Nachhaltig und fair – Proclaim

Das Lable Proclaim kommt aus Los Angeles und bietet in seinem Onlineshop eine „integrative Nude-Dessous-Linie“ an. Die Idee: Mode sollte alle Frauen auf ihre natürliche Weise repräsentieren und dabei gut für den Menschen und den Planeten sein. Ihre Lingerie stellt die Fashionbrand aus nachhaltigem Cupro her. Ein Material aus regenerierter Zellulose, die aus recyceltem Baumwoll-Linter gewonnen wird. Außerdem verwendet das Lable Bio-Baumwolle, Hanf, Tencel und recycelte Polyester aus dem Boden von Plastikflaschen. Produziert wird die Unterwäsche direkt in Los Angeles in einer familiär geführten Textilmanufaktur. Ist die Bio-Unterwäsche zum Versand bereit, kommt sie in heimkompostierte Versandtaschen ohne zusätzlichen Verpackungsmüll.

Nachhaltig und fair – Coco Malou

Feminine ethical lingerie für Damen produziert das Lable Coco Malou. Die nachhaltige Lingerie wie zum Beispiel Slips bestehen aus Bio-Baumwolle und Tencel. Die Produktion findet unter fairen Arbeits- und Handelsbedingungen in Portugal statt. Das achtsame Lable möchte wegen der Verwendung von Bio-Materialien der Natur etwas zurückgeben und pflanzt deswegen in Kooperation mit der Organisation WeForest für jedes verkaufte Set einen Baum.

Nachhaltig und fair – Mary Young

Das Fashionlable Mary Young hat sich 2014 mit einer Mission auf den Weg gemacht: Ethische und einzigartige Mode zu kreieren, die für jede Frau bequem ist. Und genau das ist der kanadischen Fashionbrand gelungen. Der Hauptstoff ihrer Fairtrade Unterwäsche besteht aus Oeko-Tex-zertifizierter Bambus-Rayon. Bei den Schnitttechniken für seine Underwear achtet das Unternehmen darauf, so wenig Stoffverschnitte wie möglich zu haben. Alle Stücke werden in Montreal gefertigt. Zusätzlich legt die Brand großen Wert auf ein gesundes Selbstwertgefühl, frei von Bodyidealen. Deswegen unterstützt das Lable die Community „Self Love Club“, die sich für Selbstliebe und Akzeptanz starkmacht.

Nachhaltig und fair – Key Intimates

Sinnlich, romantisch und funktional sind die Dessous von Key Intimates. Inspiriert von Beziehungen, die Menschen zu sich selbst pflegen, der Liebe untereinander und der Liebe zu Mutter Erde. Dafür wird jedes Teil handgefertigt und in einer Lokalen Textilfabrik in Los Angeles produziert. Als Material für seine Mode verwendet das Label biologische Stoffe wie Baumwolle oder anderen erneuerbaren Rohstoffen. Die Bestellungen werden aus zu 100 Prozent recycelten Versandtaschen und Seidenpapier verpackt. Wenig getragene Muster spendet das Lable an die Organisation  „Support The Girls“ gespendet, die BHs und Menstruationsartikel an Obdachlose, Opfer von häuslicher Gewalt oder von Naturkatastrophen Betroffene unterstützt.

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