Foto Marco Prüfer

Style

Total von den Socken

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In Partnerschaft mit 

Mit Socken die Welt verändern, geht das? Klar, meint Alexander Nicolaus. Mit seinem Fashion-Startup MSTRY kreiert er nachhaltige Tennissocken mit klarer Botschaft. Sein jüngstes Statement: WAKE UP – die Socke gegen den Klimawandel, exklusiv in Kooperation mit kronendach

Noch ahnt Rubi Sophie nicht, dass ihr Papa sich für sie auf die Socken gemacht hat. Dass er, seit sie vor anderthalb Jahren geboren wurde, endlich die Welt verändern will, ein bisschen zumindest. „Ich wollte der Kleinen später mehr erzählen können als: Dein Papa hat ganz tolle Powerpoint-Präsentationen gebaut“, sagt Alexander Nicolaus, „sondern, dass ich die Welt auch ein bisschen besser gemacht habe. Ich etwas dafür getan habe, dass sie gleichberechtigt die Chancen bekommt, die ich hatte.“

Hier gibt es die WAKE UP Socken von kronendach und MSTRY Berlin

Nachhaltige Socken MSTRY
Foto MSTRY Berlin

Achtung, die Erde brennt: Die WAKE UP Socke von MSTRY Berlin und kronendach setzt auf ein klares Statement gegen den Klimawandel

Nachhaltige Socken MSTRY
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„Fashion hat eine Riesenpower“, sagt Alexander Nicolaus, 27, Gründer von MSTRY Berlin. Daher sind seine Socken nicht nur nachhaltig, sondern auch ein echtes Statement

Nachhaltige Socken MSTRY
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Du bist schön, so wie du bist – die Botschaft der Boots-Socken von MSTRY Berlin. Von jedem verkauften Paar geht ein Teil des Erlöses an PinkRibbon und den Kampf gegen Brustkrebs

Nachhaltige Socken MSTRY
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Ein Smiley für mentale Gesundheit – und 1 Euro je MSTRY Socke geht an die Mental Health Initiative

Nachhaltige Socken MSTRY
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Klare Haltung gegen Vulva Shaming und für Body Positivity: die La Dolce Vulva Socken

Dass Socken für ihn da der richtige Weg sein können, diese Erkenntnis ist über Jahre in ihm gereift. Wenn der 27-Jährige in unserem Gespräch als erstes erzählt, wie oft er in seinem Leben schon umgezogen ist (zwölfmal nämlich), ist das daher konsequent. Denn mit jeder Chance, die sich ihm geboten hat, die ihn von seiner Heimat Bremen erst nach Heidelberg zum BWL-Studium und dann für Adidas rund um die Welt geführt hat – mit jedem Umzug ist der Gedanke ein Stück mehr gewachsen in ihm: selbst für etwas einstehen zu wollen. Ein eigenes Business, ja, aber auch einen größeren „Purpose“, wie er das nennt.

Smarte Socken, nachhaltig produziert

MSTRY Berlin heißt das Label nun, das Alexander nach der Geburt seiner Tochter Anfang 2021 gegründet hat. MSTRY, für „mastery“ – etwas perfektionieren, meistern. „Dabei war mir von Anfang klar, ich will zwei Dinge verknüpfen: den Fokus auf Nachhaltigkeit und die Power von Kleidung“, so Alexander. In Form von Socken, „weil die selten retourniert werden und ein gutes Geschenk sind“, weißen Tennissocken genaugenommen – die aber mehr draufhaben: Sie werden in einem Familienbetrieb in Portugal gefertigt, zu 75 Prozent aus „hydrocycled cotton“. Das sind Reste, Verschnitt von GOTS zertifizierter Baumwolle, der bei der Kleiderproduktion anfällt und eigentlich im Müll landet. (Nicht nur) für die Socken wird der Stoff nach Farben sortiert, aufgeribbelt und zu neuem Garn verarbeitet.

Das eigentliche Besondere an Alexanders Socken aber ist: ein deutliches, plakatives Statement auf dem Knöchel. Ob geskribbelte Boobs als Signal, dass jeder Körper schön ist, ein Smiley für mentale Gesundheit, der Spruch „I’m not your babe“ gegen Catcalling oder eben, wie jetzt mit kronendach als Partner, eine brennende Erde und der Spruch „Wake Up“ als Signal gegen den Klimawandel. Wacht auf, es brennt – deutlicher geht es kaum.

Wie rettet man mit Fashion das Klima?

Nur, wie genau rettet man mit Statement-Socken die Welt? „Stark an Fashion finde ich, dass sie eine Riesenpower hat. Mode ist ein Hebel ist, um Konversation zu starten“, sprudelt es aus Alexander heraus, der diesen Effekt der Socken aus der eigenen Familie kennt, die er bei jedem nur erdenklichen Anlass mit neuen Exemplaren versorgt. Seine Idee: Wenn plötzlich jemand mit einer pinken Vulva am Knöchel auf der Familienfeier auftaucht, fragt sich womöglich der Opa, die Tante, der Vater: „Was soll denn das?“ Und zack ist man im Gespräch darüber, wie divers weibliche Körper aussehen können und warum es wichtig ist, den Mythos um die Vulva zu entzaubern. Er selbst lerne da auch immer noch dazu, etwa wie man gendergerecht mit Sprache umgeht oder dass nicht jeder Mensch mit Vulva automatisch eine Frau sein muss. „Die soziale Ader habe ich aber definitiv von meiner Mutter geerbt“, ergänzt Alexander, die sei Ergotherapeutin und helfe in ihrem Job Menschen, die etwa mit einer Behinderung leben oder deren Leben durch einen Unfall aus den Fugen geraten ist.

„Mode ist ein Hebel, um Konversation zu starten“

Trotzdem: Auch Alexander ist nicht der „nachhaltigste Nachhaltige“. Er hat zwar zum Beispiel kein Auto, aber konsumiert auch schon mal Dinge, die nicht ganz ökologisch astrein sind – wie wohl die meisten von uns es tun. „Verbesserungspotenzial ist da auf jeden Fall noch“, sagt Alexander selbstkritisch. „Schade nur, dass heute alles immer so extrem kritisch gesehen wird. Man eigentlich nie das Richtige macht, egal, was man tut.“ Den einen oder anderen kleinen Shitstorm hat er auch schon erlebt, etwa als Luisa Neubauer seinen Hoodie trug und jemand herausfand: Der wurde ja in Bangladesh genäht. „Die haben sich nicht damit befasst, welche Organisation dahintersteht“, sagt Alexander. Die Sweater bezieht er von Stanley & Stella, die sehr transparent über ihre Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit Rechenschaft ablegen und etwa in der Produktion mit der Fair Wear Foundation zusammenarbeiten, um bessere Arbeitsbedingungen vor Ort zu unterstützen.

Was jede Socke mit sich bringt: die Verpflichtung, einen Unterschied zu machen

Auf Alexanders erster MSTRY-Socke stand übrigens schlicht „berliner“, als Botschaft dafür, dass alle Berliner gleich sind, von der Managerin bis zum Obdachlosen. Das mit dem Verkauf der Socke und einem Spendenlaufs erwirtschaftete Geld ging, passend zur Botschaft, in den Bau einer Obdachlosenunterkunft in Berlin. Denn auch das bringt jede verkaufte Socke für den Wahlberliner mit sich: die Verpflichtung, einen Unterschied zu machen – und an eine caritative Initiative zu spenden. So wird 100 Prozent vom Erlös der WAKE UP Socke in Kooperation mit kronendach dafür verwendet, mit Planted einen eigenen Mischwald in Berlin anzupflanzen.

„Die vergangenen Monate waren mental eine krasse Zeit“

Was es bedeutet, wenn man als Jungunternehmer im Schnitt bis zu 10 Prozent des Umsatzes spendet, hat Alexander auch erfahren müssen. Wenn nach Abzug der Produktionskosten gerade noch genug Geld übrigbleibt, um es wieder ins Unternehmen zu stecken, für neue Designs und das Drumherum. Sich selbst hat Alexander noch keinen Cent ausgezahlt, er lebt seit Gründung von seinen Rücklagen, aber hofft, dass sich das im Sommer endlich ändert. Damit auch seine Freundin weiß, sie muss sich keine Sorgen mehr machen, dass ihre kleine Familie finanziell in Nöte gerät.

„Die vergangenen Monate waren mental eine krasse Zeit“, sagt Alexander. Mitten in der Pandemie zu gründen, das hat ihm zum ersten Mal auch seine Grenzen aufgezeigt. Er, im Prinzip rund um die Uhr mit dem Business beschäftigt, seine Freundin auch in Vollzeit, dazu das Baby und „Kinderkrankheiten“ in beiden Bereichen, Job und Privatleben. „Ich habe jeden Tag mehr Achtung davor, was es heißt, Eltern zu sein.“ Familie ist daher auch das, was ihn im Inneren zusammenhält. Seine kleine, neue Familie. Aber auch die Ursprungsfamilie, der jüngere Bruder, die Mama, der Papa, von dem er die Verbindung zur Natur hat, der stammt aus dem Allgäu. „Meine zweite Heimat sind die Berge, das Wandern, die Natur, das fehlt mir hier auch in Berlin.“ Ob Alexander also doch bald wieder umzieht, ins Grüne dann, wo die Welt vielleicht noch ein bisschen mehr in Ordnung ist als in Berlin – wer weiß. Die passenden Socken hat er ja jedenfalls schon.

Die WAKE UP Socken von kronendach und MSTRY Berlin bekommst du hier

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