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Im Spannungsfeld von Haut und Seele: Der Weg zur perfekten Haut dank Resilienz

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Emotionen haben Einfluss auf die Haut. Immerhin gilt sie als Spiegel unserer Seele. Oft sind Hautkrankheiten eine Folge von Stress in Form starker Emotionen. Die gute Nachricht: Resilienz kann helfen, das Hautbild zu verbessern.

Von Social Media-Trends wie Glass- und Mirror Skin, über Cold-Girl Makeup: Unsere Haut ist Schönheits- und Statussymbol in Einem. Gleichzeitig schützt sie vor schädlichen Umwelteinflüssen und gibt Aufschluss darüber, wie wir uns fühlen: Augenringe, wenn wir wenig schlafen, ein blasser Teint, wenn wir Angst haben und rote Flecken, wenn wir wütend sind. „Ist die Haut gesund, nehmen wir sie kaum war”, schreibt Dermatologin Dr. Med. Antje Söller in einem Blogbeitrag. Erst wenn sich erste Unregelmäßigkeiten zeigen, sei das Wohlbefinden schnell beeinträchtigt. Der Expertin zufolge stehen dermatologische Erkrankungen häufig mit einer angeschlagenen Psyche im Zusammenhang. Gleichzeitig führen gerade Hautkrankheiten zu Schamgefühl, Despression und sozialem Rückzug.

Stress als Trigger für Hautprobleme

Wie Haut und Psyche einander beeinflussen ist komplex. Denn nicht immer ist ersichtlich, ob Hautprobleme als Folge psychischer Faktoren entstanden sind oder ob die psychische Störung erst auf die Hauterkrankung folgte. Häufig zeigt das klinische Bild eine Wechselwirkung aus körperlichen und psychischen Ursachen. Fakt ist aber: Emotionale Belastung kann zum Ausbruch einer Hautkrankheit führen und Symptome verstärken. So erhöht Stress bei Betroffenen die Wahrscheinlichkeit, dass Neurodermitis häufiger auftritt. Auch die Beschwerden fallen bei Stress oft stärker aus als während ruhiger Lebensphasen. Gleiches gilt für Nesselsucht, die als Folge unterdrückter Wut und anderen negativen Emotionen ausbrechen kann – oder für chronische Hautkrankheiten wie Akne, Herpes oder Psorasis (Schuppenflechte). Kurz: Bei Krankheiten mit psychosomatischer Komponente führt Stress dazu, dass eine “schlummernde Erkrankung” erstmals ausbricht, provoziert Schübe und lässt diese mitunter schmerzhafter ausfallen. Der Grund: Ist der Körper chronischem Stress ausgesetzt, produziert das Gehirn Hormone, die Entzündungen im Körper auslösen. Vor allem das Stresshormon Cortisol hemmt das Immunsystem und schwächt die Widerstandskraft der Haut. Als Begleiterscheinung treten trockene Haut, Juckreiz aber auch Pickel und Pigmentstörungen auf. Während Hormone grundsätzlich gut und wichtig für Prozesse im Körper sind, führt chronischer Stress zu einem Überschuss. So schädigt ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel die Kollagenfasern der Haut. Frühzeitige Hautalterung und ein fahles Hautbild sind die Folge. Stresspickel und Mitesser entstehen dann, wenn der Körper bei Stress zu viel Testosteron produziert. Nesselsucht geht oft ein Histamin-Überschuss voraus – dasselbe Hormon, das auch bei Allergien für Beschwerden sorgt.

Geeignete Kosmetik, Resilienz und Berührungen für gesunde Haut

Viele Expert:innen raten, Hautprobleme ganzheitlich unter die Lupe zu nehmen – sowohl aus medizinischer als auch aus psychologischer Sicht. Gerade Betroffenen von Hautkrankheiten kann Stressmanagement helfen, Symptome abzuschwächen. Umgekehrt hilft Resilienz, akute Phasen gut zu überstehen. Betroffene mit einer Hauterkrankung, die verstärkt psychische Probleme wahrnehmen oder umgekehrt, eine psychische Ursache für die Hautkrankheit vermuten, sollten dies einem Arzt mitteilen. Antje Söller bestätigt, dass Veränderungen der Haut die Persönlichkeit von Betroffenen maßgeblich beeinflussen. Das sogenannte Coping tritt vor allem bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Akne und Neurodermitis auf. Gerade das Verhalten von Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen sei laut der Expertin ein entscheidender Faktor, wie Betroffene die Erkrankung bewältigen. Neben geeigneter Kosmetik seien laut der Dermatologin auch Massagebewegungen beim Auftragen wichtig. So werde währenddessen vermehrt das Glücks- und Liebeshormon Oxytocin freigesetzt. Dies wirke als Stimmungsaufheller und trage damit zu einem gesunden Hautbild bei.

Resilienz und Haut
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Resilienz hilft gegen Unebenheiten und Hautkrankheiten – etwa ausgelöst durch emotionale Krisen. Gutes Resilienztraining: Journalling oder Tagebuch-Schreiben.

10 Praxistipps für mehr Resilienz im Alltag

Wie Betroffene mit Erkrankungen umgehen, aber auch wie wir stressige Situationen im Alltag meistern, darüber entscheidet das persönliche Maß an Resilienz. Vereinfacht handelt es sich dabei um die psychische Widerstandskraft, mit der wir Herausforderungen in unserem Leben begegnen. So meistern resiliente Menschen schwierige Lebensphasen leichter und verwandeln Krisen in Chancen: Die Voraussetzung, dass wir gesund bleiben und dauerhaft erfolgreich sind. Unsere Vergangenheit, aber auch innere und äußere Faktoren bestimmen, wie wir Herausforderungen meistern. Die gute Nachricht: Mit mentalen Techniken und Selbstreflexion kannst du deine Resilienz trainieren und dauerhaft verbessern. Im Allgemeinen beruht die Fähigkeit für Resilienz auf sieben Säulen: Optimismus, Akzeptanz, Verantwortung, Lösungsorientierung, positive Zukunftsplanung, Selbstfürsorge und ein soziales Netzwerk.
Hier kommen 10 Praxistipps für den Alltag, mit denen du deine Resilienz direkt trainieren und mit der Zeit verbessern kannst.

Tipp 1 – Reflektieren

Um Stressoren rechtzeitig zu erkennen und Verhaltensweisen positiv zu verändern, sollten wir täglich reflektieren und Gefühle aktiv zulassen. Nimm dir bewusst ein paar ruhige Minuten vor dem Einschlafen und lasse den Tag Revue passieren.

Tipp 2 – Journaling

Wem das Reflektieren von Gedanken anfangs schwerfällt, hilft es, diese aufzuschreiben. Journaling hilft dir außerdem zur Ruhe zu kommen. Ein weiterer Pluspunkt: Durch das Schreiben eines Tagebuchs visualisierst du deine Fortschritte.

Tipp 3 – Routinen

Feste Routinen und eine geordnete Tagesstruktur geben dir während herausfordernder und unsicherer Phasen den nötigen Halt. Nicht umsonst schwören die erfolgreichsten Menschen auf eine feste Morgen- und Abendroutine. Ein weiterer Pluspunkt: Feste Strukturen nehmen dem Gehirn Arbeit ab, indem es weniger Entscheidungen treffen muss. Damit sparst du mentale Ressourcen für Herausforderungen und kannst diese besser meistern.

Tipp 4 – Meditation

Mit Meditation lernst du abzuschalten, Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten und in Lösungen, statt Problemen zu denken. Nicht umsonst schwören Menschen mit einem hohen Leistungspensum auf die tägliche Meditation. Meditationskurse aber auch geführte Meditationen auf Streamingdiensten wie Spotify helfen beim Einstieg.

Tipp 5 – Vision-Board erstellen

Die positive Zukunftsplanung gilt als eine der sieben Säulen für Resilienz. Befindet man sich allerdings in einer herausfordernden Situation, scheint es unmöglich, sich eine rosige Zukunft auszumalen. Gerade das ist jedoch die Grundlage, Krisen in Chancen zu verwandeln. Immerhin kann das Gehirn physische Realität nicht von mentaler Realität unterscheiden. Kurz: Denkst du an eine positive Zukunft, verändert das deine Sichtweise auf die Gegenwart. Um dein Gehirn auszutricksen, gilt es also, Wünsche für die Zukunft zu visualisieren. Mit Pinterest, Instagram oder Canva kannst du in wenigen Minuten dein Visionboard erstellen. Dazu sammelst du Bilder von Dingen, die du dir für die Zukunft wünscht. Platziere und speichere das Visionboard so, dass du es jederzeit sehen kannst.

Tipp 6 – Social Media nutzen

Soziale Netzwerke können belastend sein – sie bieten jedoch mindestens ebenso großes Potenzial, wenn es darum geht, die eigene Resilienz zu verbessern. Denn Netzwerke wie Facebook, Instagram und TikTok ermöglichen, dich einfach mit Menschen zu vernetzen, die deine Probleme teilen und Lösungen parat haben. So gibt es zahlreiche Instagram-Accounts, die das Leben mit chronischen Hautkrankheiten thematisieren, Tipps geben sich gegenseitig aufbauen. Das Wissen, dass du mit deinen Problemen nicht allein bist, hilft, akute Phasen besser zu überstehen.

Tipp 7 – Auf die Work-Life-Balance achten

Eine gesunde Work-Life-Balance ist die Grundlage dafür, im Alltag dauerhaft resilient zu bleiben. Achte deshalb auch während stressiger Arbeitstage, regelmäßige Pausen einzulegen. Priorisiere deine Projekte, gegebenenfalls mit Kolleg:innen und Vorgesetzten und schaffe Raum für Kurze Auszeiten.

Tipp 8 – Gesunde Fette in die Ernährung integrieren

Auch die Ernährung hat einen Einfluss darauf, wie gut du mit Stress und psychischer Belastung umgehst. Gerade gesunde Fette und vollwertige Kohlehydrate versorgen das Gehirn mit wichtigen Nährstoffen. Wenn möglich sollten deshalb regelmäßig Lebensmittel wie Nüsse, Avocados und Kichererbsen sowie Beeren und Haferflocken auf dem Speiseplan stehen. Sogenanntes Brainfood enthält viele B-Vitamine für eine gesunde Nervenfunktion, Eiweiß beziehungsweise Aminosäuren für eine gute Gehirnleistung und für gesunde Zellen. Antioxidantien, die vor allem in Beeren und Tomaten enthalten sind, schützen die Zellen vor oxidativem Stress – gut fürs Gehirn und deine Haut.

Tipp 9 – Waldbaden

Ein Spaziergang im Grünen, Barfuß über Moos laufen oder an einem Baum sitzen und ins Blätterdach schauen – Waldbaden lindert nachweislich physische und mentale Beschwerden. Laut Studien verringert der Aufenthalt im Wald unter Anderem chronische Schmerzen und stärkt Gefühle von Ruhe, Entspannung und Geborgenheit. Auch die Schlafqualität kann sich durch den regelmäßigen Aufenthalt im Freien verbessern.

Tipp 10 – Dankbarkeit

Kaum etwas fördert positive Gedanken so gut wie dankbar zu sein, für das, was deinen Alltag schöner macht – sei es deine Familie, ein gutes Mittagessen oder ein schöner Spaziergang, den du heute unternommen hast.

Natalie Hartmann
Autorin Natalie Hartmann

Egal ob Mode, Kunst oder Innenarchitektur: Natalie hat ein Faible für Dinge, die den Alltag schöner machen und liebt es, darüber zu schreiben. Auf Reisen ist sie gerne an abgelegenen Orten unterwegs, sucht in Seitenstraßen nach Secondhand Läden oder vergisst in Buchhandlungen die Zeit. Zuhause geht sie am liebsten im Wald spazieren oder feilt an ihren Pilates-Skills.

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