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Air Eau de Parfum, ein Duft kreiert aus Luft

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Wie die Luft riecht? Wenn man Air Company fragt, dann frisch, nach einer Mischung aus Feigenblättern, Orangenschalen und Jasmin. Das Start-up hat einen Duft aus Luft hergestellt, der Name „Air Eau de Parfum“.

Dieses Eau de Parfum steckt Kohlenstoff in die Flasche

Air Company Gründer Gregory Constantine erinnert das Parfum an Sonnenstrahlen, die durch Wolken fallen in Kombination mit einem feinen Hauch von Meeresgischt. Das Duftwasser zeichnet sich allerdings nicht allein durch seiner Geruchskomposition aus, bei Air Eau de Parfum handelt es sich um den allerersten kohlenstoffnegativen Duft der Welt. Eine bahnbrechende Innovation, allerdings nicht die erste von Air Company. Sie bringen bereits 2019 einen Wodka und 2020 ein Desinfektionsspray heraus, die ebenfalls ihre Inhaltsstoffe zu Teilen aus der Atmosphäre beziehen.

Wie das funktionieren soll? Eau de Parfum, Wodka und Desinfektionsmittel haben alle einen gemeinsamen Inhaltsstoff, „Ethanol“, ein Alkohol. In dessen Gewinnung ist Luft maßgeblich beteiligt, besser gesagt das CO2, was sich darin befindet.

Auf die Idee, Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre zu filtern und daraus Produkte zu fertigen, kommen Constantine und Mitgründer Dr. Stafford Sheehan, der damals noch in Yale in Chemie und Physik promoviert und sich beruflich Technologie und Umweltschutz widmet. Nachdem sie 2017 aufeinandertreffen, erfinden sie eine technische Lösung, mit der Kohlenstoffdioxid in verunreinigungsfreies Ethanol umgewandelt werden kann; sprich CO2 aus der Atmosphäre in Alkohol umgewandelt wird. Einziges Nebenprodukt: Wasser, dieses wird jedoch wiederverwendet.

So dufte kann Parfum aus Luft sein

Dank seines neutralen Geruchs und der schnellen Verdunstung ist Ethanol effizientes Transportmittel für Duftöle und deshalb oftmals Basis von kosmetischen Produkten. Beim Air Eau de Parfum sind die Duftstoffe synthetisch hergestellt. Der Grund: Es ist nachhaltiger, insbesondere weil sie ausschließlich auf erneuerbare Energiequellen setzen. Ein Parfum aus Kohlenstoffdioxid herzustellen, ist nur eine Herausforderung bei der Entwicklung, die andere ist die Geruchskomposition. Air Company setzt auf einen geschlechtslosen Duft, der am Ende von Joya Studio, einem Designstudio in Brooklyn, kreiert wird. Frisch soll er riechen: Die Kopfnote vereint Orangenschalen und Feigenblätter, die Herznote besteht aus Jasmin, Veilchen, Azalee und Süßwasser, die Basis bildet ein pudriger Moschus-Tabak-Duft.

Mi­ni­ma­lis­tisches Design mit Botschaft

Als es bei der Entwicklung um die Verpackung und das 50-ml-Flacon geht, stellt sich eine Frage: „Wie können wir so minimalistisch wie möglich sein?“ Und diese steht nicht grundlos im Raum, schließlich wurde Air Company mit der Absicht gegründet, die Welt ein bisschen besser zu machen. So entwerfen sie eine „minimalistische, etikettenlose Flasche […], um Abfall zu vermeiden und den Fokus auf das Kernprodukt zu legen“, wie CEO Constantine im Interview mit Byrdie verrät. Das Unternehmen schätzt, dass sich mit der Produktion einer 50-ml-Flasche Parfum nach Berücksichtigung des Herstellungsprozesses eine Nettoentlastung der Umwelt von 36 Gramm ergibt. Was vielleicht erstmal nach wenig klingt, kann der Anfang von etwas Großem sein.

Judith Püschner
Autorin Judith Püschner

Für Judith beginnt der Tag erst mit einer Tasse Kaffee am Morgen, die sie im Sommer auf ihrem Balkon mitten im Herzen von Köln genießt. Wenn sie nicht gerade an Yoga-Skills wie der Krähe arbeitet oder während einer Wanderung die kleinen Wunder der Natur entdeckt, kommt sie ihrer Passion, dem Schreiben, nach. Besonders begeistern sie die Themen Psychologie, Architektur und alles rund um Zeitgeist.

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