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Dermatologin: Skin Cycling ist die gesündeste Beauty-Routine

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Ebenmäßige Haut bei minimalem Aufwand? Skin Cycling macht es möglich. Was den TikTok-Trend von Dermatologin Dr. Whitney Bowe besonders macht und wie er funktioniert.

Ein ebenmäßiges Hautbild mit einem gesunden Glow – ohne Unreinheiten oder trockene Stellen: Für die perfekte Haut stehen wir morgens wie abends minutenlang vor dem Spiegel und hantieren mit Reinigungsölen, Peelings, Seren, Masken und Cremes. Dabei führen viele Pflegeschritte mit starken Wirkstoffen oft zu gereizter und geröteter Haut. Das muss nicht sein, weiß die New Yorker Dermatologin und Beauty-Expertin Dr. Whitney Bowe.

Skin Cycling: Eine bewährte Methode gegen Akne, Pigmentflecken, Falten und Co.

Schon vor Jahren hatte sie die Methode des Skin Cycling entwickelt – eine einfache Beauty-Routine, bei der Wirkstoffe wie chemische Peelings und Retinol jeweils an einem bestimmten Tag zum Einsatz kommen. Die Idee: Der Zeitpunkt und die richtige Kombination von Pflegeprodukten entscheiden über deren Wirksamkeit und schonen gleichzeitig die Haut. Damit ist die Methode auch für empfindlichere Hauttypen geeignet. Gleichzeitig spart sie viel Zeit – kein Wunder also, dass der Trend auf TikTok viral geht.

Skin Cycling: So funktioniert die 4-tägige Beauty-Routine

Das Ziel von Dermatologin Dr. Whitney Bowe: Mini-Aufwand, Maxi-Wirkung. Die Lösung: ein 4-tägiger Plan für die optimale Hautpflege. Die Reihenfolge: Peeling, Retinol und zwei Regenerationstage mit Reinigung und Feuchtigkeit. Welche Produkte genau zum Einsatz kommen, hängt von den persönlichen Vorlieben ab.

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Feuchtigkeitscremes und Sonnenschutz: Beim Skin-Cycling auf natürliche Produkte setzen!

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Skin Cycling – täglich: PH-neutrales Reinigungsöl und -Gel sorgen für eine porentiefe Reinigung.

Skin Cycling – Nacht 1: Peeling

Das Peeling zu Beginn hilft, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und bereitet die Haut optimal für die anschließende Pflege vor. Auf ihrem TikTok- und Instagram-Kanal empfiehlt Dr. Bowe chemische Peelings für die viertägige Beauty-Routine. „Bei regelmäßiger Anwendung erzielen Produkte mit Alpha- (AHA), Beta- (BHA) und Polyhydroxysäuren (PHA) die besten Resultate“, betont die Dermatologin. Welches Peeling optimale Ergebnisse erzielt, hänge dabei vom Hauttyp ab. So arbeiten AHA-Peelings primär an der Hautoberfläche, versorgen diese mit Feuchtigkeit und verhelfen zu einem strahlenden Hautbild. BHA-Säuren dagegen dringen tiefer in die Poren ein und reinigen die Talgdrüsenkanäle. Damit ist das Peeling für unreine und Mischhaut geeignet, die zu Mitessern neigt. PHA-Peelings pflegen besonders sanft und kommen vor allem bei empfindlicher und trockener Haut zum Einsatz. Auch empfiehlt die Dermatologin Produkte, die mehrere Enzyme kombinieren. Dabei betont Dr. Whitney Bowe: „Auch wenn die Peelings bereits nach kürzester Zeit Wirkung zeigen, sollte man nicht in die Peeling-Falle tappen. Wer chemische Peelings einmal oder gar zweimal täglich aufträgt, schadet der Hautbarriere.“ Deshalb: Das Peeling nur einmal innerhalb von vier Tagen verwenden.

Skin Cycling – Nacht 2: Retinol

Straffe Haut und ein gleichmäßiger Teint ohne Entzündungen und Unebenheiten – Retinol ist ein Allrounder, wenn es um die Hautgesundheit geht. Der Nachteil: Der Wirkstoff verträgt sich nicht mit säurehaltigen Peelings. Dank Skin Cycling ist das aber kein Problem, da die Produkte jeweils mit einem Tag Abstand zum Einsatz kommen. Bis sich die Haut an den Wirkstoff gewöhnt, können bis zu 6 Wochen vergehen. Hier rät Dr. Whitney Bow zusätzlich Feuchtigkeitspflege vor und nach dem Retinol aufzutragen. Gerade empfindliche Hautpartien wie rund um die Augen, den Mund und die Nasolabialfalte erhalten damit extra Schutz. Auf Feuchtigkeitsprodukte, die Vaseline, Kokos- oder Mineralöle enthalten, solle man hier laut der Expertin verzichten. Für die optimale Vorbereitung verwendet die Hautärztin in ihren Instagram-Stories ein Mizellenwasser von Bioderma als sanften Makeup-Entferner. Es folgt ein PH-neutraler Reinigungsschaum, der überschüssigen Talg von der Haut entfernt. Dann kommen die Feuchtigkeitspflege und das Retinol-Serum zum Einsatz.

Skin Cycling – Nacht 3 und 4: Regeneration

Das Konzept des Skin Cycling basiert auf der Kombination wirkungsvoller Inhaltsstoffe und Produkten, die die Hautbarriere stärken. Der dritte und vierte Tag des Skin Cycling sind deshalb der Regeneration gewidmet. Hyaluronsäure, Niaciamide, Ceramide und Glycerin versorgen die Haut mit einer Menge Feuchtigkeit. Die optimale Reihenfolge laut Dr. Whitney Bowe: Das Gesicht reinigen, gegebenenfalls mit einer Doppelreinigung. Dabei folgt auf das Reinigungsöl ein wasserbasierter Reinigungsschaum. So lassen sich Makeup und Schmutz noch besser entfernen. Im Anschluss verpasst beispielsweise ein Hyaluron-Serum der Haut eine extra Portion Feuchtigkeit. Als dritten Schritt eine Feuchtigkeitscreme auftragen. Ist die Feuchtigkeitscreme eingezogen, optional ein paar Tropfen eines natürlichen Gesichtsöls auftragen. Es versiegelt die Feuchtigkeit in der Haut und versorgt diese zusätzlich mit Vitaminen.

Skin Cycling – Tagespflege

Während sich das Skin Cycling auf die Beauty-Routine am Abend bezieht, reinigt die Ärztin ihre Haut morgens mit einem PH-neutralen Reinigungsschaum. Darauf folgt ein Vitamin-C-Serum. Dieses wirkt gegen Entzündungen, beugt Unreinheiten vor und schützt vor äußeren Einflüssen. Zuletzt empfiehlt die Expertin eine Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz aufzutragen. Letzterer sei unverzichtbar – auch, weil die erneuerte Haut durch UV-Strahlung leichter geschädigt werden kann.

5 Tipps für natürliche Hautpflege: Reinigung, Peelings, Retinol, Feuchtigkeit, Sonnenschutz

Wer für Skin Cycling ausschließlich auf natürliche Produkte setzt, kann noch mehr von der Beauty-Routine profitieren, da die Haut nicht mit Chemikalien in Berührung kommt. Denn Parfümstoffe, Mineralöl und Co. setzen der Haut trotz pflegender Wirkung zu, trocknen sie aus oder verstopfen die Poren. Bei natürlicher Hautpflege sind die Power-Wirkstoffe zum Großteil natürlichen Ursprungs.

Tipp 1 – Reinigung mit natürlichen Inhaltsstoffen

Trockene Hauttypen können zu sanften Reinigungsölen greifen. Sie reinigen die Haut bis in die Poren, ohne auszutrocknen. Bei der natürlichen Variante kommen häufig Jojoba- oder Arganöl zum Einsatz. Haut, die zu Unreinheiten neigt, kommt dagegen mit ölfreien aber milden Reinigungsgelen besser zurecht. Reinigungsöl und –gel enthalten außerdem Tenside, um fetthaltige Verschmutzungen aus der Haut zu lösen. Bei natürlicher Hautpflege kommen vor allem pflanzliche Tenside aus Kokos, Weizen, Sonnenblumen oder auch aus Zucker zum Einsatz.

Tipp 2 – Chemische Peelings mit pflanzlichen Inhaltsstoffen

AHA-, BHA- und PHA-Peelings verbessern das Hautbild, indem sie die Zellerneuerung anregen und der Haut dabei helfen, abgestorbene Zellen von selbst abzustoßen. Je nach Produkt, sind Inhaltsstoffe chemischen oder natürlichen Ursprungs. So besteht natürliche AHA-Säure aus Fruchtsäuren wie beispielsweise Wein-, Mandel- oder Apfelsäure. Kosmetik-Marken wie Jungglück, nkm oder Susanne Kaufmann setzen bei Enzympeelings vor allem auf pflanzliche Inhaltsstoffe.

Tipp 3 – Pflanzliches Retinol

Kosmetika mit Retinol enthalten in der Regel Retinyl Palmitate, eine Verbindung aus Retinol und den Salzen der Palmitatsäure. Letztere entsteht vor allem aus der Fettspaltung von Palmöl, aber auch aus Kokos-, Milch- oder Schweinefett. Wer tierische Fette und Palmöl ausschließen möchte, wählt vegane und palmölfreie Produkte.

Tipp 4 – Natürliche Feuchtigkeitspflege

Hyaluronsäure ist ein Feuchtigkeitsbooster und deshalb in vielen Seren und Feuchtigkeitscremes enthalten. Veganes bzw. Pflanzliches Hyaluron wird vereinfacht aus der Fermentation von Getreide, Pilzen oder Kräutern gewonnen. Neben Hyaluron helfen natürliche Inhaltsstoffe wie beispielsweise Aloe Vera, Kamille, Jojoba-, Traubenkern- oder Hagebutten Öl, die Haut schneller zu regenerieren.

Tipp 5 – Nachhaltiger Sonnenschutz

Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor schützt und beugt vorzeitiger Hautalterung vor. Zwar gibt Pflanzenöle wie Kokos- oder Olivenöl die von Natur aus, einen Lichtschutzfaktor aufweisen, dieser ist für die Haut jedoch zu gering. Gerade wer die Erneuerung von Hautzellen fördert, benötigt Lichtschutzfaktor 30 oder höher. Naturkosmetik-Produkte setzen dafür meist auf eine Kombination aus Mineralien und Ölen mit Lichtschutzfaktor – etwa Kokos- oder Karanjaöl sowie Zink- und Titanoxid, die neben UVA-Strahlen, auch vor UVB-Strahlen schützen.
Achtung: Säurehaltige Peelings und Retinol sollten während einer Schwangerschaft nicht oder nur nach ärztlicher Absprache verwendet werden.

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