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Ökologische Wandfarben

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Wie Kalkfarben das Raumklima verbessern und welche Farben für einen natürlichen Anstrich sorgen.

Schon die ersten Sonnenstrahlen bringen ihre weißen Wände zum Leuchten. Wie ein kleines Gebirge erstrecken sich die weißen Häuser mit ihren blauen Dächern über die griechische Insel Santorin. Eine Architektur, auf die die Inselbewohner:innen besonders wegen ihrer weißen Fassaden stolz sind. Sie gelten als Postkartenmotiv, das Tourist:innen weltweit mit Griechenland verbinden. Dabei vermuten viele Urlauber:innen, dass die blau-weiße Architektur die Farben der Nationalflagge widerspiegeln soll. Ein Mythos, denn die Wandfarbe erfüllt seit Jahrzehnten einen ganz bestimmten Zweck. Ursprünglich sollte die weiße Farbe helfen, die Steinhäuser der Griechen im Außenbereich vor Hitze zu schützen. Doch dann sorgte ein historisches Ereignis für eine neue Aufgabe der weißen Wandfarbe: Kurz vor dem zweiten Weltkrieg brach in Griechenland die bakterielle Krankheit Cholera aus. Um die Krankheit einzuschränken, sollte die Bevölkerung ihre Häuser von außen weiß streichen. Der Grund? Die Farbe enthielt Kalk, ein starkes natürliches Desinfektionsmittel.

Ökologische Wandfarben – Wie Kalkfarben die Gesundheit verbessern

Noch heute werden viele Häuser im Mittelmeerraum aus Hygieneaspekten mit Kalkfarbe gestrichen. Und auch in Deutschland wird die Farbe immer mehr zum Livingtrend. Denn spätestens seit der Pandemie ist vielen Menschen bewusst geworden, wie wichtig ein schönes und vor allem gesundes Wohnklima ist. Deswegen eignet sich Kalkfarbe als Wandfarbe für zu Hause besonders gut. Als Naturfarbe schafft Kalkfarbe ein gutes Raumklima und schützt nachhaltig die Gesundheit. Anders als normale Farben kann Kalkfarbe Wasserdampf aus dem Raum aufnehmen, speichern und später wieder abgeben. Deswegen nennt sich Kalkfarbe „diffusionsoffen“ oder „atmungsaktiv“. Die Farbe kann dank dieser Fähigkeit schwankende Luftfeuchtigkeit ausgleichen und Kondenswasser- sowie Schimmelbildung verhindern. Kalkfarbe ist von Natur aus sehr mineralstoffreich und hat viele weitere Vorteile wie etwa:

  • Kalkfarbe besteht aus ökologischen Rohstoffen
  • Kalkfarbe wird umweltfreundlich und auf Wasserbasis produziert
  • Die Wandfarbe ist antistatisch und für Allergiker geeignet

Ein weiterer Vorteil für die Gesundheit ist, dass die Naturfarbe frei von Schadstoffen ist. Dadurch vermeidet die Wandfarbe, dass aus der Farbe ausströmende Wohngifte gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder allergische Reaktionen auslösen.

Die Häuser in Griechenland sind mit Kalkfarben gestrichen.
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In Griechenland werden häufig ökologische Wandfarben für die Wände und Dächer der Häuser verwendet.

Ökologische Wandfarbe.
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Ökologische Wandfarben, wie Kalk- oder Lehmfarbe, verbessert das Raumklima und ist gut für die Gesundheit.

Schadstofffreie Wandfarben – Ökologische Farben aus der Natur

Viele Livingbrands achten speziell darauf, dass Farben, Lasuren und Lacke nachhaltig produziert und schadstofffrei sind. Im Vergleich zu herkömmlichen Dispersionsfarben aus dem Baumarkt haben die Farben keine Konservierungsstoffe, Lösemittel, Wachse und Weichmacher als chemische Inhaltsstoffe. Ihre „Zutaten“ kommen direkt aus der Natur. Erkennen lassen sich die Wandfarben mit natürlichen Rohstoffen an dem offiziellen Öko-Test-Siegel des „Blauen Engels“. Das Siegel weist darauf hin, dass es sich um ökologische Farben handelt. Als Lasuren, Lacke oder Wandfarben sind die Naturfarben in verschiedenen Farbtönen erhältlich. So kann der neue Anstrich in beispielsweise Rosa, Blau oder auch Braun erfolgen.
Übrigens: Wer Holz, Metall oder Kunststoff von innen und außen schützen will, greift am besten zu Naturlacken. Sie nutzen als Farbpigmente, Bindemittel, Zusätze und Lösemittel ausschließlich auf natürliche Rohstoffe zurück. Aber Achtung: Beim Kauf darauf achten, dass der Herstellerin der Arbeitsgemeinschaft Naturfarben sind – denn viele andere Hersteller mischen Naturlacken als aus Erdöl gewonnene Lösemittel bei.

Ökologische Wandfarben – welche Untergründe eigenen sich?

Kreative Ideen lassen sich mit den Naturfarben einfach auf unterschiedliche Untergründe umsetzen. Wichtig ist jedoch, dass die ökologischen Farben beim Anstrich richtig aufgetragen werden. So eignen sich Kalk- und Silikatfarben beispielsweise für mineralische Untergründe wie Naturstein, Beton, Zement oder Mineralputz. Auf diesen Untergründen haftet die ökologische Farbe sehr gut und kann „atmen“. Als Anstrich für alte Tapeten oder Raufaser ist die Wandfarbe nicht geeignet, da sie darauf nicht richtig haftet. Auch auf veralteten Farbresten von Dispersionsfarbe können ökologische Farben nur schwer halten. Deswegen ist es gut, vor dem Streichen mit den Wandfarben die Wände mit einer Bio-Farbe zu grundieren, bevor die Naturfarben aufgetragen werden.

Ökologische Wandfarben – nachhaltig und gesund wohnen

Lehmfarbe – ökologisch und nachhaltig streichen

Lehm als alter Baustoff aus der Natur hat auch in Wandfarben einen positiven Einfluss auf das Wohnklima. Lehmfarben bestehen aus Pflanzenstärke, Tonmehlen und natürlicher Zellulose. Die ökologische Wandfarbe ist „atmungsaktiv“, bindet Gerüche und nimmt Feuchtigkeit auf. Lehmfarben liegen wegen ihrer wohngesunden Eigenschaften hoch im Liviningtrend. Die Farbe ergibt beim Streichen eine samtig-matte Oberfläche. Lehmfarbe hat erdige, braune Nuancen und sorgt als Anstrich für eine natürliche Optik in den Räumen. Besonders gut lassen sich Lehmfarben auf Holz, Putz oder auch Tapeten auftragen. Außerdem wird für die Produktion von Lehmfarbe nur sehr wenig Primärenergie benötigt, dann Lehm ist einfach abzubauen. Die Ressourcen für die Lehmfarbe stammen häufig aus Deutschland, damit die Transportwege möglichst kurzgehalten werden.

Silikatfarben – ökologische Wandfarbe für ein gesundes Wohnklima

Eigentlich wollten Alchimisten im 17. Jahrhundert den „Stein der Weisen“ finden, stattdessen entdeckten sie etwas, das bis heute die Farbwelt veränderte: Glasperlen, die aussehen wie Wassertropfen und in Feuerstätten entstehen. Das Grundprodukt für Kaliwasserglas, das heute als Bindemittel in Silikatfarben verarbeitet wird. Die Mineralfarbe ist schadstofffrei, „atmungsaktiv“ und hat wie Kalkfarbe einen hohen pH-Wert. Dadurch wirkt die Wandfarbe basisch und keimtötend, so dass Schimmelpilz und Sporen keine Chance haben, an den Wänden zu haften. Die ökologische Farbe gibt es als Wandfarbe, Lack oder Lasur. Ein großer Vorteil von Silikatfarbe ist, dass sie auch bei der Einwirkung von Sonnenstrahlen nicht ausbleicht und deswegen zum Streichen von Innenräumen und Außenwänden geeignet ist. Aufgrund ihrer Beschaffenheit ist Silikatfarbe nur auf mineralischen Untergründen haftbar und sollte nach dem Öffnen in etwa zehn bis zwölf Stunden verbraucht werden.

Dispersionsfarben ohne Lösungsmittel – ökologisch und ohne Konservierungsmittel

Ökologische Dispersionsfarben ohne schädliche Lösungsmittel sind umweltfreundlich und nicht gesundheitsbelastend. Die Wandfarben sind auf Wasserbasis produziert. Dennoch ist die Auswahl bei den Wandfarben eingeschränkt, da viele Brands bisher hauptsächlich weiße Farbe für Innenräume als Bio-Farben herstellen. Die sind dann in der Regel frei von Konservierungsmitteln, jedoch sollten Allergiker besser auf die Wandfarben verzichten.
H3: Kreidefarbe – umweltfreundlich mit guter Deckkraft
Kreidefarbe wird, wie es der Name schon verrät, ökologisch aus Kreidepigmenten hergestellt. Die Wandfarbe ist wasserbasiert und lässt sich auf viele Untergründe wie zum Beispiel Holz gut auftragen. Sie verleiht den Wänden eine stumpf-matte Optik, hat einen angenehmen Geruch und eine hohe Deckkraft. Durch die enthaltenen Mineralstoffe ist Kreidefarbe „atmungsaktiv“ und frei von Konservierungsstoffen. Wenn du sie als Lack oder Lasur kaufst, ist zu beachten, dass die Produkte häufig einen hohen Anteil Acryl oder Kunstharz beinhalten.

Welche Brands bieten ökologische Wandfarben an?

Tipp 1 – „Auro“, Pioniere für sanfte Chemie

Die Brand „Auro“ ist der Pionier in der ökologischen Farbherstellung. Das Label produziert seine Produkte hauptsächlich aus pflanzlichen und mineralischen Rohstoffen. Das Konzept der Brand: „Sanfte Chemie“. Die Rohstoffe für die Farben stammen aus der Natur und werden umweltfreundlich weiterverarbeitet. Dabei wird auf eine schonende Gewinnung der Rohstoffe, einer nachhaltigen Entsorgung von Produktionsabfällen und gesundheitliche Verträglichkeit geachtet.

Tipp 2 – „Kreidezeit“, konsequent nachhaltig

Wenn es um ökologische Wandfarben geht, ist das Label „Kreidezeit“ konsequent. Seit 1987 produziert das Unternehmen Farben aus natürlichen Rohstoffen. Ihr Sortiment umfasst inzwischen rund 2oo Produkte, die das Unternehmen in seiner eigenen Entwicklung konzipiert hat. Die Idee der Brand: Alle Farben sollen zugleich bauphysikalisch sinnvoll, ökologisch, ästhetisch und einfach zu verwenden sein.

Tipp 3 – „Volvox“, gesunde Farben

Die Brand „Volvox“ hat sich insbesondere auf Lehmfarben spezialisiert. Ihr Konzept: Mit Lehmfarben eine Verbindung zwischen traditionellem Lehmbau und modernem Design schaffen. Ihre Farben bestehen aus natürlichen Rohstoffen und ganzheitliche Nachhaltigkeit von der Produktion bis zum Endverbrauchen haben oberste Priorität für das Label.

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