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Fermentation, der neue Beauty-Booster

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Zuerst auf dem Teller, nun auch in der Kosmetik: Fermentierte Produkte gelten als das neue Wundermittel am Beauty-Himmel. Was als Trend in Korea begann, hat seinen Weg zu uns gefunden und erfreut sich großer Beliebtheit. Wir verraten dir, was hinter dem Beauty-Trend steckt, welche Vor- und Nachteile dieser mit sich bringt und für wen fermentierte Kosmetik geeignet ist

Was genau bedeutet fermentieren?

Schon vor mehreren Jahrhunderten wurden Lebensmittel fermentiert, um sie über den Winter haltbar zu machen. Das Prinzip der Fermentation ist hauptsächlich im Zusammenhang mit Sauerkraut, Joghurt, Käse, Bier oder japanischen Reiswein bekannt. Darüber hinaus kann der Vorgang bei nahezu allen Obst- und Gemüsesorten, Nüssen und Kräutern angewendet werden. Um den Fermentationsprozess in Gang zu setzen, werden lediglich Salz und eine Bakterien-Starterkultur benötigt. In vielen Fällen befinden sich die Mikroorganismen schon auf der Oberfläche des Lebensmittels. Das Essen wird in Salzlake eingelegt und luftdicht gelagert. Die Bakterien vermehren sich und wandeln den in Lebensmitteln natürlich enthaltene Zucker sowie die Stärke in Milchsäurebakterien um. Durch diese Reaktion entsteht ein extrem saures Milieu, in dem unerwünschte Keime und krankmachende Bakterien nicht überleben. Auch der Geschmack verändert sich (angenehm sauer) und wichtige Nährstoffe bleiben erhalten. Es bilden sich probiotische Stoffe, die die guten Bakterien im Darm beim Vermehren unterstützen. Das sorgt für eine gesunde Darmflora und für ein stabiles Immunsystem.

Korean Skincare: Vergorenes für schöne Haut

Warum essen, was auch auf die Haut kann? Das dachten sich die Koreaner:innen und wendeten das Prinzip der Fermentation für ihre Hautpflege an. Das Ergebnis: Ein Anti-Aging Booster, der die Haut zum Strahlen bringt. Grund dafür ist die körpereigene Produktion von Hyaluronsäure, die durch die hohe Wirkung fermentierter Inhaltsstoffe angeregt wird und der Alterung vorbeugt. Was in Korea schon seit Jahren einen regelrechten Hype erlebt, breitet sich so langsam, aber sicher auch bei uns aus. Denn fermentierte Kosmetikprodukte sind wahre Vitamin- und Nährstoff-Cocktails für die Haut.

Der Fermentationsprozess verläuft wie bei Lebensmitteln, nur die zu fermentierenden Inhaltsstoffe sind teilweise unterschiedlich. Da jede Pflanze einzigartige Eigenschaften besitzt, werden die Inhaltsstoffe sorgfältig ausgewählt. Besonders beliebt sind Rosenblätter, Bambussprossen und koreanischer Ginseng. Diese sind für ihre natürliche positive Wirkung auf die Haut bekannt. Für den Prozess werden die Schlüsselkomponenten aus der Pflanze extrahiert und natürliche Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze zugesetzt. Während der Gärung wandeln diese Zucker in Milchsäure um und es entstehen wertvolle Aminosäuren, Vitamine und Antioxidantien für die Haut. Sobald der Prozess abgeschlossen ist, werden die fermentierten Inhaltsstoffe gefiltert und anderen natürlichen Produkten hinzugefügt. In einer Studie des Instituts für Gesundheitswissenschaften der Universität Seoul wurde von Hyun-Sun Lee und Kollegen die Antifaltenwirksamkeit von roten Ginseng gegenüber dem fermentierten roten Ginseng untersucht. Das Ergebnis: Der rote Ginseng hatte neben einem besseren Anti-Aging Potential auch eine geringere Wahrscheinlichkeit für Hautreizungen.

Fermentierte Kosmetik: So unterscheidet sie sich von herkömmlichen Beauty-Produkten

Fermentierte Kosmetikprodukte besitzen eine breitere und effektivere Pflegewirkung gegenüber herkömmlichen Alternativen. Das liegt vor allem daran, dass durch den Fermentationsprozess neue, wirksame Nährstoffe entstehen, die synthetisch nur schwer herzustellen sind. Studien, die mit koreanischem Ginseng durchgeführt wurden, belegen: Fermentierte Produkte weisen einen höheren Anteil an Mineralstoffen und Vitaminen gegenüber herkömmlichen Produkten auf. Der Grund: Bei der Herstellung konventioneller Cremes werden die Wirkstoffe meist hoch erhitzt und mit synthetischen Konservierungsstoffen versetzt. Dadurch verlieren sie an Wirksamkeit. Bei der Fermentation wiederum kann auf beides verzichtet werden. Ein kleiner Nachteil im Vergleich zu herkömmlicher Kosmetik ist der Preis. Dieser ist aufgrund des aufwendigeren Herstellungsverfahrens oftmals deutlich höher.

Fermentierte Naturkosmetik für alle Hauttypen geeignet

Wenn du deiner Haut etwas Gutes tun und sie so richtig verwöhnen möchtest, bist du mit fermentierter Kosmetik bestens beraten. Auch bei sensibler und trockener Haut sind derartige Pflegeprodukte empfehlenswert, da sie frei von synthetischen Konservierungsstoffen sind. Rein natürliche Inhaltsstoffe bedeuten jedoch nicht, dass keine Nebenwirkungen auftreten können. Koreanischer Ginseng beispielsweise kann möglicherweise zu allergischen Reaktionen führen, auch wenn er fermentiert wurde. Daher unser Tipp: Neue Produkte immer erst auf einen Teil deiner Haut auftragen, um herauszufinden, wie sie darauf reagiert.

Korean Beauty: Wo geht der Skincare-Trend hin?

Fermentierte Kosmetik ist vielleicht kein Wundermittel, doch ist sie vor allem eins: weit mehr als nur ein vorübergehender Beauty-Trend. Die bessere Verträglichkeit, die natürlichen Anti-Aging Eigenschaften sowie die erhöhte Bioverfügbarkeit bieten zahlreiche neue Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Naturkosmetik. Es ist also davon auszugehen, dass der Skincare-Trend uns auch in Zukunft noch begleiten wird.

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Rosenblätter, Bambussprossen, weißer Ginseng oder Kräuter: fermentiert werden sie vor allem in Cremes, Tonics oder Seren verarbeitet.

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Fermentierte Kosmetik empfiehlt sich vor allem für sensible und trockene Haut, denn darin kommen keinerlei künstlichen Konservierungsstoffe vor – auf die viele allergisch reagieren.

Mit diesen 4 Vorteilen überzeugt fermentierte Kosmetik

  1. Natürlicher Anti-Aging Booster für straffe Haut

Durch die Fermentation wird eine hohe Anzahl an Antioxidantien, Vitamine und Aminosäuren freigesetzt, die im Ausgangsprodukt überhaupt nicht oder nur in geringen Mengen vorhanden waren. Die erhöhte Konzentration von Antioxidantien bindet freie Radikale und schützt die Haut vor äußeren Einflüssen, wie die UV-Strahlung. Ein hervorragendes Anti-Aging Mittel, das die Kollagenproduktion fördert, die Haut strafft und für einen gleichmäßigen Teint sorgt.

  1. Bessere Aufnahme durch erhöhte Bioverfügbarkeit

Der Fermentationsprozess führt dazu, dass die Wirkstoffe bei der Aufspaltung durch Mikroorganismen besonders bioverfügbar sind. Bedeutet: Vitamine, Mineralstoffe und Co. können besser absorbiert und leichter vom Körper aufgenommen werden. Gleichzeitig kommt es zu einem Energieschub in den Zellen, wodurch die Leistungsfähigkeit gefördert und das Immunsystem gestärkt werden.

  1. Allergene werden neutralisiert

Während des Fermentationsprozesses werden schädliche Bakterien (beispielsweise Allergene) abgetötet und von den guten, nützlichen Inhaltsstoffen getrennt. Die Produkte bleiben naturbelassen und rufen seltener Allergien hervor. Aus diesem Grund sind fermentierte Produkte besonders für Personen mit sensibler Haut geeignet.

  1. Fermentierte Naturkosmetik ist länger haltbar

Wie auch bei Lebensmitteln wird fermentierte Naturkosmetik durch die Zugabe von natürlichen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen und anderen Zellkulturen länger haltbar gemacht. Darüber hinaus ist sie weitestgehend frei von Parabenen – also Chemikalien, die als Konservierungsstoffe in herkömmlichen Produkten eingesetzt werden.

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